Über uns

Was ist unsere Motivation? Was wollen wir mit dem bezwecken, was wir tun? Welche Möglichkeiten nutzen wir dafür?

Von der Museumseisenbahn zum Eisenbahnmuseum - 40 Jahre Eisenbahnfreunde Jünkerath

Einst war die Eifel von einem Schienennetz durchzogen, das so dicht war wie in kaum einer anderen ländlichen Region Europas. Die Eisenbahn veränderte das Leben der Menschen grundlegend. Sie brachte regelmäßige Arbeit und ein gesichertes Einkommen in eine Gegend, in der zuvor fast ausschließlich von der Landwirtschaft gelebt wurde – oft am Rande des Existenzminimums. Wer bei der Bahn beschäftigt war, galt als abgesichert. Für viele war die Eisenbahn nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung – und nicht selten auch eine große Gemeinschaft, fast wie eine Familie.


Auch Jünkerath profitierte vom Eisenbahnbau und entwickelte sich neben Gerolstein zu einem der bedeutendsten Eisenbahnknotenpunkte der Eifel. Hier traf die Eifelstrecke Köln–Trier auf die zweigleisig ausgebauten Nebenbahnen Dümpelfeld–Lissendorf–Jünkerath und Jünkerath–Losheim. Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Strecke Jünkerath–Losheim infolge des Versailler Vertrages auf ein Gleis zurückgebaut werden. Als Zubringer zum Truppenübungsplatz Elsenborn überstand sie zunächst auch das Nebenbahnsterben nach dem Zweiten Weltkrieg. Doch 1981 schien auch für diese Verbindung das Ende gekommen: Der Güterverkehr wurde eingestellt, und am 8. Oktober 1981 fand die Abschiedsfahrt statt.


Im Jahr 1985 kam es jedoch zu einer überraschenden Wende. Aufgrund des Kalten Krieges ließ die NATO die Strecke zwischen 1985 und 1986 mit Investitionen in Millionenhöhe umfassend sanieren. Am 11. Oktober 1986 wurde sie feierlich wiedereröffnet.


Die Wiederinbetriebnahme war zugleich der Anlass für die Gründung der Eisenbahnfreunde Jünkerath e.V. am 14. März 1986. Ziel des jungen Vereins war es, auf der sanierten Strecke eine Museumseisenbahn zu betreiben. Mit Schienenbussen sollten Sonderfahrten durchgeführt und das touristische Angebot der Region erweitert werden.


In den folgenden Jahren konnten zahlreiche Fahrten realisiert werden, besonders die beliebten Nikolausfahrten. Doch Rationalisierungsmaßnahmen der Deutschen Bundesbahn machten diese Pläne zunehmend schwieriger. Die angeschafften Fahrzeuge mussten das Bahnhofsgelände verlassen, wurden verliehen und später verkauft. Damit endete das Kapitel Museumseisenbahn.


Die Eisenbahnfreunde Jünkerath machten aus der Not eine Tugend und orientierten sich neu. Fortan stand die Bewahrung und Aufarbeitung der regionalen Eisenbahngeschichte im Mittelpunkt. Mit der Gründung des Eisenbahnmuseums im Jahr 2008 wurde dieser Wandel endgültig vollzogen.


Doch wir sind mehr als „nur“ ein Eisenbahnmuseum: Wir schreiben Bücher, halten Vorträge, organisieren Ausstellungen und engagieren uns in vielfältiger Weise für die Eisenbahngeschichte der Eifel. Auf dieser Seite geben wir Ihnen einen Einblick in unsere Arbeit.

Möchten Sie unsere Arbeit unterstützen? Dann werden Sie Mitglied bei den Eisenbahnfreunden Jünkerath! Mit nur 36 EUR im Jahr tragen Sie dazu bei, dass die Eisenbahngeschichte der Region lebendig bleibt.


Mehr zu den Vorteilen einer Mitgliedschaft finden Sie auf der Seite "Mitglied werden"

1. Das Eisenbahnmuseum

In unserem Museum sammeln und bewahren wir alles, was mit der Eisenbahn im Eifel- und Moselraum zu tun hat. Dazu gehören Uniformen und Uniformteile, Ausrüstungsgegenstände wie Lampen, Heizerschaufeln oder Ölkannen, ebenso wie historische Technik – etwa Morseapparate, Fernschreiber oder Telefone. Auch Mobiliar, Stellwerkstechnik und Signale gehören zu unseren Exponaten. Jedes einzelne Stück erzählt ein Stück Eisenbahngeschichte und besitzt seinen eigenen musealen Wert.


Einen besonderen Schwerpunkt legen wir auf historische Unterlagen: Dienstvorschriften, Fahrpläne, Fotos, Urkunden, Tunnelbücher sowie Pläne aller Art. Unser Planarchiv hat inzwischen einen Umfang erreicht, der in der Region seinesgleichen sucht.


Haben auch Sie noch alte Eisenbahnstücke? Sprechen Sie uns an!


Leider sind im Laufe der Zeit bereits viele wertvolle Zeugnisse verloren gegangen, weil ihr historischer Wert unterschätzt wurde. Gerade dann, wenn Kinder oder Enkel kein Interesse mehr an den Hinterlassenschaften aus dem Eisenbahnerleben von Vater oder Großvater haben, landen diese Dinge allzu oft auf dem Müll oder werden über Online-Auktionen in alle Welt verstreut.


Wir bieten allen, die ihre Eisenbahnsachen für kommende Generationen bewahren möchten, flexible und faire Möglichkeiten – zum Beispiel auch die leihweise Überlassung mit der Option, die Stücke jederzeit zurückzuerhalten.

Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie mehr darüber erfahren möchten.

2. Publikationen

Die Bücher der Eisenbahnfreunde Jünkerath

Bereits früh begannen die Eisenbahnfreunde Jünkerath, Eisenbahngeschichte nicht nur zu sammeln, sondern auch zu veröffentlichen. Den Anfang machte 1992 – nur sechs Jahre nach der Vereinsgründung – die Broschüre „70 Jahre Bahnhof Dahlem“. Schon ein Jahr später folgte eine Veröffentlichung zur Geschichte des Bahnhofs Lissendorf, und 1995 erschien schließlich unser erstes größeres Buch über den Bahnhof Jünkerath, das auf große Resonanz stieß.


Dennoch dauerte es noch einige Jahre, bis wir uns entschlossen, das Publizieren systematisch auszubauen und unter dem Begriff "Zeitreise Eisenbahn" zu bündeln. Mit dem Jahr 2012 begann eine neue Phase: Seitdem geben wir unsere Bücher im Eigenverlag heraus.


Diesen Weg haben wir bewusst gewählt. Als Eigenverlag können wir frei über Themen, Umfang und Gestaltung unserer Publikationen entscheiden – unabhängig von wirtschaftlichen Zwängen. Unsere Bücher beruhen auf gründlicher Recherche und sorgfältiger Dokumentation. Alle Autoren arbeiten ehrenamtlich und erstellen ihre Bücher bis zur druckfertigen Vorlage in eigener Verantwortung. So können wir die Veröffentlichungen zu einem günstigen Preis anbieten – ohne Abstriche bei der Qualität.


Denn uns geht es nicht um hohe Auflagen und Gewinne, sondern um die Dokumentation und Bewahrung regionaler Eisenbahngeschichte – damit sie auch für kommende Generationen erhalten bleibt.

3. Vorträge

Seit 2008 präsentieren wir unter dem Motto „Zeitreise Eisenbahn“ regelmäßig Vorträge zur regionalen und überregionalen Eisenbahngeschichte. Mit diesem Format machen wir historische Themen für ein breites Publikum lebendig und gut verständlich.


Inzwischen ist eine umfangreiche Vortragsreihe entstanden, wie unsere Übersicht zeigt. Alle Präsentationen sind professionell mit PowerPoint gestaltet und technisch wie inhaltlich aufwendig umgesetzt. Animierte Streckenpläne, seltene Fotografien und anschaulich aufbereitete Informationen lassen die Vergangenheit eindrucksvoll wiederaufleben.


Auf Wunsch kommen wir mit unseren Vorträgen auch zu unseren Zuhörern – etwa zu Vereinen, Schulen oder öffentlichen Einrichtungen. Sprechen Sie uns an, wenn Sie Interesse haben.

Die Vorträge der Eisenbahnfreunde Jünkerath

  • Die Geschichte der Eisenbahn in Jünkerath
  • Die Strecke Ahrdorf - Blankenheim (Wald)
  • Die Strecke Remagen - Adenau
  • Die Strecke Dümpelfeld - Lissendorf - Jünkerath
  • Rund um den Trierer Dom (Teil 1): Von Trier Hbf bis Igel
  • Rund um den Trierer Dom (Teil 2): Von Igel bis Ehrang
  • Rund um den Trierer Dom (Teil 3): von Igel bis Trier Hbf
  • Die Eifelbahn von Köln nach Trier (Teil 1): Von Kall bis Gerolstein
  • Die Eifelbahn von Köln nach Trier (Teil 2): Von Gerolstein bis Trier Hbf / Trier West
  • Die Stokerlokomotiven im Bw Ehrang
  • Das Ausbesserungswerk Trier
  • Die Geschichte der Eisenbahn in Ehrang
  • Der Lokfriedhof Karthaus
  • Luxuszüge

4. Ausstellungen

Zu besonderen Anlässen organisieren wir eigene Ausstellungen oder beteiligen uns mit unseren Exponaten an Projekten anderer Institutionen. Auf diese Weise bringen wir Eisenbahngeschichte auch außerhalb unseres Museums einem breiten Publikum näher.


Ein Höhepunkt war 2007 unsere Mitwirkung an der großen Ausstellung „Eisenbahnland Eifel“ im Haus Beda in Bitburg, zu deren Erfolg wir mit zahlreichen Leihgaben beitragen konnten.


Weitere Ausstellungen fanden unter anderem in den Räumen der Kreissparkasse Vulkaneifel, im Bahnhof Jünkerath, im Eisenbahnmuseum Jünkerath, im Eifelmuseum Blankenheim sowie an verschiedenen weiteren Orten statt. Das abgebildete Foto zeigt eine Ausstellung, die wir im Rahmen des Radaktionstages 2016 in Losheim organisiert haben.

5. Was wir sonst noch tun

Darüber hinaus nutzen wir vielfältige Formen der Öffentlichkeitsarbeit, um die Eisenbahngeschichte der Eifel einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. So sind wir unter anderem auf Facebook und Instagram aktiv, veröffentlichen regelmäßig Beiträge in Heimatjahrbüchern und vergleichbaren Publikationen und beteiligen uns am Tag des offenen Denkmals.


Mit diesen Aktivitäten tragen wir dazu bei, das Interesse an der regionalen Eisenbahngeschichte wachzuhalten und neue Zielgruppen für unsere Arbeit zu gewinnen.


Auch im Fernsehen waren wir schon häufiger vertreten. Das Highlight für uns war die Mitarbeit an der WDR-Produktion "Wie die Eisenbahn in die Eifel kam".

Eine verkürzte Version, die in der Sendereihe Eisenbahn-Romantik gelaufen ist, finden Sie bei Youtube:

Im Sommer 2017 war der Kabarettist, Journalist und Autor Hubert vom Venn bei uns zu Gast und hat im Rahmen der Sendereihe "Auf die Socken machen" des Lokalsenders MON TV unser Eisenbahnmuseum vorgestellt.

Im Jahr 2021 schließlich hatten wir einen weiteren Auftritt bei Eisenbahn-Romantik. Für die Folge 1022 mit dem Titel "Nach der Flut - Neubeginn zwischen Ahr und Eifel" drehte das SWR-Team am 13.10.2021 rund sechs Stunden an verschiedenen Standorten in Jünkerath. Der halbstündige Film, der sich mit der Hochwasserkatastrophe vom 14./15.07.2021 und seinen Folgen für die Eisenbahn-Infrastruktur beschäftigt, wurde am 19.11.2021 erstmals im SWR aufgeführt. Auch wenn der Anlass nicht schön war, war es ein gelungener Auftritt und Werbung in eigener Sache.

Am 6. August 2024 hatten wir dann die Ehre, einen Live-Auftritt in der SWR-Landesschau Rheinland-Pfalz zu haben. Rainer Helfen und Manfred Jehnen wurden von der SWR-Moderatorin Patricia Küll interviewt, wobei es insbesondere um das Thema Wiederaufbau nach dem Hochwasser ging. Die Überschrift "Rainer und Manfred retten das Eisenbahnmuseum in Jünkerath" ist zwar ziemlich übertrieben - da waren noch viel mehr Menschen mit am Werk - aber es war dennoch eine schöne Sendung.


Wenn das Video nicht mehr abspielbar ist, informieren Sie uns bitte kurz. Nach Angaben des SWR werden Videos nach einer gewissen Zeit aus der Mediathek des SWR entfernt.

Sie sehen: unsere Arbeit ist alles andere als langweilig und Museumsarbeit bedeutet für uns mehr als nur das Ausstellen alter Gegenstände !