Vandalismus am Bahnhof Jünkerath
Vandalismus am Bahnhof Jünkerath
Wie beschränkt muss man eigentlich sein, um so etwas anzurichten?
Derzeit räumen wir die letzten Exponate aus unserem Zwischenlager im seit Jahren leerstehenden Empfangsgebäude des Bahnhofs Jünkerath. Es wird auch Zeit, denn es wurden bereits mehrfach Fensterscheiben eingeschlagen. Leerstehende Gebäude ziehen offenbar kriminelle Existenzen an wie die Motten das Licht.
Unweit des Bahnhofs steht das nach dem Krieg erbaute, ebenfalls leerstehende kleine Stellwerksgebäude von Jf. Zusätzlich zu unserem Zwischenlager im Bahnhof hatten wir auch dort noch einige Exponate gelagert. Nichts wertvolles, überwiegend Signale (der Laie würde "Schilder" dazu sagen). Jünkeraths Bürgermeister Norbert Bischof hatte uns bereits darüber in Kenntnis gesetzt, dass es Vandalismus im Stellwerksgebäude gegeben hat. Die Polizei sei informiert und habe Ermittlungen aufgenommen.
Gestern haben wir uns dann das Ausmaß der Zerstörungen angesehen. Die Täter haben Fensterscheiben mit Steinen eingeworfen, Türen aufgebrochen, Feuer gelegt, Bilderrahmen zerstört und alles kreuz und quer durch die Räume und wohl auch darüber hinaus geworfen. Sogar auf den Gleisen hat man Gegenstände gefunden, die einmal im Stellwerksgebäude gewesen waren.
Was ist bloß los mit unserer Gesellschaft? Ohne vorverurteilen zu wollen, kann man wohl sagen, dass es Jugendliche waren, die das alles angerichtet haben. Es waren ebenfalls Jugendliche, die kürzlich den Aufzug im Bahnhof Jünkerath mutwillig zu einem Überlastungshalt gebracht haben, sodass sie von der Feuerwehr befreit werden mussten. Die Eltern der Jugendlichen hat das leider wenig interessiert. Ich hoffe, sie bekommen wenigstens eine gepfefferte Rechnung von der Feuerwehr.
Es ist frustrierend. Wir haben nicht nur Jugendliche, die randalieren, sondern auch Eltern, denen das offenbar gleichgültig ist. Das passt in das Bild, das zum Beispiel auch viele Lehrer widerspiegeln. Erziehung findet zu Hause oft nicht mehr statt. Auch der Respekt vor fremdem Eigentum nimmt ab. Das sieht man nicht nur am Vandalismus in Jünkerath, sondern auch anderswo. Den niedrigen Wasserstand des Rheins nutzt man derzeit beispielsweise in Köln dazu, hunderte E-Scooter zu bergen, die einfach ins Wasser geworfen wurden. Gebäudefassaden, Schilder, Brücken etc. werden mit "Graffiti" beschmiert, Toiletten verunreinigt oder demoliert... Was geht in Leuten, die so etwas anrichten, vor?
Ein anderes Thema in dem Zusammenhang ist die Frage, ob niemand etwas von den Zerstörungen mitbekommen hat. Der Vandalismus kann nicht lautlos vonstatten gegangen sein und nur wenige Meter vom Stellwerk entfernt stehen Wohn- und Geschäftshäuser. Es ist mehr als unwahrscheinlich, dass niemand etwas gehört hat. Warum wurde die Polizei nicht gleich verständigt, um die Täter noch auf frischer Tat zu fassen? Mangelndes Interesse oder mangelnde Zivilcourage?
Natürlich kann und sollte man nicht pauschalisieren. Es gibt auch viele vernünftige Menschen und viele Kinder und Jugendliche, die sich ordentlich benehmen, aber das Problem wird ohne Zweifel größer. Nachfolgend noch ein paar Eindrücke.















