Auf den Spuren der Strecke Hillesheim - Gerolstein, Teil 2

Manfred Jehnen • 22. März 2026

Wanderung entlang der Strecke Hillesheim - Gerolstein, Teil 2

Von 1912 bis 1945 verband eine zweigleisige Bahnstrecke Hillesheim mit Gerolstein – heute ist sie fast vergessen. Die Eifelvereins-Ortsgruppen Gerolstein und Hillesheim laden zur zweiten Etappe einer besonderen Wanderung ein: Auf sechs Kilometern von Dohm bis Hillesheim erkunden sie am 29. März 2026  die noch sichtbaren Reste dieser historischen Verbindung.


Begleitet werden Sie dabei wieder von Helmut Bell und Manfred Jehnen von den Eisenbahnfreunden Jünkerath. Anhand historischer Fotos und erhaltener Spuren erzählen die Eisenbahnfreunde von der Geschichte der Strecke, die im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und nie wieder aufgebaut wurde.


Treffpunkt:  13:00 Uhr Brunnenplatz Gerolstein oder 13:15 Uhr Sportplatz Dohm


Anmeldung: Johannes Munkler, Tel. 06591-3888 oder mobil 0171-6443572


Auch Nichtmitglieder und Gäste sind herzlich willkommen. Entdecken Sie ein faszinierendes Stück Eifel- und Eisenbahngeschichte!


Das Hillesheimer Viadukt

Streckenportrait


Die Strecke Hillesheim - Gerolstein war Teil einer Reihe von Eisenbahnlinien, die von 1909 - 1912 gebaut wurden und die man im Zusammenhang sehen muss. Folgende Projekte wurden in dieser Zeit durchgeführt:

  • zweigleisiger Ausbau der Ahrtalbahn von Remagen bis Dümpelfeld
  • zweigleisiger Neubau einer Strecke von Dümpelfeld über Ahrdorf - Hillesheim - Lissendorf nach Jünkerath
  • zweigleisiger Neubau der Strecke Jünkerath - Losheim - Weywertz
  • zweigleisiger Neubau einer Verbindungsbahn von Hillesheim nach Gerolstein

Die Strecken waren Teil der strategischen Erweiterung des Eisenbahnnetzes im Rahmen des Schlieffen-Plans. Die Strecke Hillesheim - Gerolstein war außerdem Teil der Ruhr-Mosel-Entlastungslinie, die dem Massengüterverkehr zwischen den Industriegebieten an der Ruhr (Kohle, Koks) und Lothringen (Erz) dienen sollte.


Durch den verlorenen 1. Weltkrieg waren beide Gründe für den Bahnbau obsolet und so verlor die Strecke an Bedeutung. Zeitweise hat man den Personenverkehr sogar komplett eingestellt. Aufschwung gab es erst wieder ab 1933, als die Nationalsozialisten mit staatlichen Programmen und mit dem Westwallbau für Verkehr auf den Eisenbahnen sorgten.


Auch im Zweiten Weltkrieg war Hillesheim - Gerolstein natürlich durch Militärtransporte ausgelastet. Das Militär besiegelte schließlich auch das Schicksal der zweigleisigen Verbindungsbahn. Am 5. März 1945 sprengte die Deutsche Wehrmacht fast alle Brücken der gut 12 Kilometer langen Strecke, darunter auch das Hillesheimer Viadukt. 


Nach dem Krieg wurde die Strecke nicht wieder aufgebaut. Man entfernte den Oberbau, und riss das, was von den gesprengten Brücken übriggeblieben war, nach und nach ab. Ein tiefer Einschnitt bei Dohm-Lammersdorf  wurde ab 1975 sogar als Mülldeponie genutzt und in den Folgejahren mit rund 800.000 cbm Müll verfüllt.


Heute erinnert nur noch wenig an die Eisenbahnlinie, der von den Planern eine wichtige Rolle zugedacht worden war.


Buchtitel des Buches über die Strecke Hillesheim - Gerolstein

Das Buch zur Strecke


Die Eisenbahnfreunde Jünkerath stellen am 7. November 2026 ihr Buch über die Strecke Hillesheim - Gerolstein vor.


Uns ist es wichtig, Eisenbahngeschichte zu aufzuarbeiten und zu dokumentieren und das ist gerade bei dieser Bahnlinie notwendig und gleichzeitig eine Herausforderung. Sie bestand nur gut 30 Jahre und ist seit mehr als 80 Jahren stillgelegt. Da war es nicht ganz leicht, noch Dokumente, Fotos und Informationen zu finden. 


Dank intensiver Recherche und viel Unterstützung von Eisenbahnfreunden und Heimatforschern konnte vieles herausgefunden, was so noch nicht bekannt war. Viele Bilder und Pläne ergänzen die Informationen. Zeitgenössiche Presseberichte runden die Fakten ab und lassen die Zeit des Betriebes dieser besonderen Bahn wieder lebendig werden.


Mehr Informationen zum Buch finden Sie hier auf unserer Homepage.

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