Streckenportrait
Die Strecke Hillesheim - Gerolstein war Teil einer Reihe von Eisenbahnlinien, die von 1909 - 1912 gebaut wurden und die man im Zusammenhang sehen muss. Folgende Projekte wurden in dieser Zeit durchgeführt:
- zweigleisiger Ausbau der Ahrtalbahn von Remagen bis Dümpelfeld
- zweigleisiger Neubau einer Strecke von Dümpelfeld über Ahrdorf - Hillesheim - Lissendorf nach Jünkerath
- zweigleisiger Neubau der Strecke Jünkerath - Losheim - Weywertz
- zweigleisiger Neubau einer Verbindungsbahn von Hillesheim nach Gerolstein
Die Strecken waren Teil der strategischen Erweiterung des Eisenbahnnetzes im Rahmen des Schlieffen-Plans. Die Strecke Hillesheim - Gerolstein war außerdem Teil der Ruhr-Mosel-Entlastungslinie, die dem Massengüterverkehr zwischen den Industriegebieten an der Ruhr (Kohle, Koks) und Lothringen (Erz) dienen sollte.
Durch den verlorenen 1. Weltkrieg waren beide Gründe für den Bahnbau obsolet und so verlor die Strecke an Bedeutung. Zeitweise hat man den Personenverkehr sogar komplett eingestellt. Aufschwung gab es erst wieder ab 1933, als die Nationalsozialisten mit staatlichen Programmen und mit dem Westwallbau für Verkehr auf den Eisenbahnen sorgten.
Auch im Zweiten Weltkrieg war Hillesheim - Gerolstein natürlich durch Militärtransporte ausgelastet. Das Militär besiegelte schließlich auch das Schicksal der zweigleisigen Verbindungsbahn. Am 5. März 1945 sprengte die Deutsche Wehrmacht fast alle Brücken der gut 12 Kilometer langen Strecke, darunter auch das Hillesheimer Viadukt.
Nach dem Krieg wurde die Strecke nicht wieder aufgebaut. Man entfernte den Oberbau, und riss das, was von den gesprengten Brücken übriggeblieben war, nach und nach ab. Ein tiefer Einschnitt bei Dohm-Lammersdorf wurde ab 1975 sogar als Mülldeponie genutzt und in den Folgejahren mit rund 800.000 cbm Müll verfüllt.
Heute erinnert nur noch wenig an die Eisenbahnlinie, der von den Planern eine wichtige Rolle zugedacht worden war.










