Im Eisenbahnbetrieb kommt es nicht nur auf Signale im klassischen Sinne an – also auf Haupt- und Vorsignale entlang der Strecke. Gerade früher spielte auch die direkte Verständigung zwischen Fahrdienstleiter und Lokführer eine wichtige Rolle. Ein besonders interessantes Beispiel dafür sind die Zusatzsignale Zs 4 und Zs 5, die heute nahezu vergessen sind.
Unsere Museumsstücke zeigen genau solche Signale in ihrer ursprünglichen Form: als Schilder, die vom Stellwerk aus dem fahrenden Zug entgegengehalten wurden.
Beschleunigen auf Anweisung: Zs 4
Das Signal Zs 4 besteht aus einem weißen Dreieck mit rotem Rand und dem Buchstaben „K“ oder bei Dunkelheit aus einem nach oben zeigenden weißen Lichtwinkel
Das „K“ steht dabei für eine klare betriebliche Anweisung: „Die Fahrzeit ist zu kürzen.“ Für den Lokführer bedeutete das: Er sollte bis zur nächsten Zugfolgestelle die größtmögliche (zulässige) Geschwindigkeit fahren.
Eingesetzt wurde dieses Signal vor allem zur Zugfolgeregelung. Ein typischer Fall: Ein schnellerer Zug folgte dicht auf einen langsameren. Statt den langsameren Zug im Bahnhof überholen zu lassen, konnte der Fahrdienstleiter mit Zs 4 anweisen, die Fahrzeit zu verkürzen und so den Betriebsablauf zu stabilisieren.










