Museumsstück des Monats März 2026: Schienenkopfverschleißmessgerät

Manfred Jehnen • 30. März 2026

Museumsstück des  Monats März 2026: Schienenkopfverschleißmessgerät

Schienenkopfverschleißmessgerät

Auf den ersten Blick wirkt unser Museumsstück des Monats eher unscheinbar: ein kleines Handmessgerät aus Metall, versehen mit Skalen, Messspitzen und beweglichen Teilen. Doch hinter diesem technischen Hilfsmittel verbirgt sich ein wichtiger Bestandteil der Eisenbahnsicherheit. 


Das Schienenkopfverschleißmessgerät, manchmal auch Schienenabnutzungsmesser genannt, diente dazu, den Zustand von Schienen zu überprüfen.


Im Laufe der Zeit nutzen sich Schienen durch das Gewicht und die ständige Beanspruchung der Züge ab. Besonders betroffen ist dabei der sogenannte Schienenkopf – also der obere Teil der Schiene, auf dem die Räder laufen. Dort kann es sowohl zu einem Höhenverlust als auch zu seitlichem Verschleiß kommen. Vor allem in engen Bögen werden die Schienen durch die Reibung der Spurkränze besonders stark beansprucht.


Um festzustellen, ob eine Schiene noch sicher befahrbar ist oder ausgetauscht werden muss, kamen auch früher schon spezielle Messgeräte zum Einsatz. Das Schienenkopfverschleißmessgerät wurde direkt an der Schiene angesetzt. Mit Hilfe von Messspitzen und Skalen ließ sich genau bestimmen, wie stark die Oberkante und die Seitenfläche des Schienenkopfes bereits abgenutzt waren.


Solche Messungen waren für die Bahnmeistereien und die Streckenunterhaltung von großer Bedeutung. Wurde zu starker Verschleiß festgestellt, mussten die Schienen entweder nachbearbeitet oder erneuert werden. So trugen diese vergleichsweise einfachen Messgeräte wesentlich dazu bei, die Sicherheit des Eisenbahnbetriebs zu gewährleisten.


Früher gab es viele unterschiedliche Schienenprofile. Die Gleise stammten teilweise noch aus der Länderbahnzeit vor 1920. Deshalb befanden sich an der Seite des Messgeräts Schilder, auf denen die Abmessungen der unterschiedlichen Profile dargestellt waren.


Heute erinnern solche Werkzeuge daran, wie viel Erfahrung, Sorgfalt und Handarbeit früher für die Unterhaltung der Bahnstrecken notwendig waren. Während moderne Messfahrzeuge heute mit Lasern und Computern arbeiten, erfolgte die Kontrolle früher direkt vor Ort – mit handlichen Messgeräten wie diesem.


Das Schienenkopfverschleißmessgerät ist damit ein interessantes Beispiel für die technische Ausrüstung der Bahnmeistereien und zeigt, dass auch kleine Werkzeuge eine große Bedeutung für den sicheren Eisenbahnbetrieb hatten.


Unser Exponat war übrigens früher einmal bei der Bahnmeisterei Erdorf im Einsatz. Darauf weist eine Fräsung im Griff des Messgerätes hin.

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