Vortrag über die Schiefe Ebene

Manfred Jehnen • 27. August 2025

Vortrag von Jürgen Goller über die Schiefe Ebene

Am 4. Oktober 2025 um 15:00 Uhr findet im Eisenbahnmuseum Jünkerath ein Vortrag über die unter Eisenbahnfreunden bekannte und berüchtigte Schiefe Ebene  statt. Damit greifen wir  ausnahmsweise einmal ein Thema, das nur ganz entfernt etwas mit der Eifel zu tun hat. 


Die Schiefe Ebene


Im äußersten Nordosten Bayerns, nahe den Grenzen zu Sachsen, Thüringen und Tschechien, liegt im Landkreis Kulmbach ein Streckenabschnitt, der seinerzeit als technisches Meisterwerk galt: die berühmte Eisenbahnsteilrampe „Schiefe Ebene“.


Sie ist Teil der von König Ludwig I. von Bayern initiierten Ludwig-Süd-Nord-Bahn, die ab 1843 gebaut wurde, um das Königreich von Lindau am Bodensee bis nach Hof mit einer durchgehenden Nord-Süd-Verbindung zu erschließen.


Am 1. November 1848 wurde die Rampe ohne Feierlichkeiten in Betrieb genommen. Auf knapp acht Kilometern überwindet sie 158 Höhenmeter – mit einer durchgehenden Steigung von 1:40 (25 ‰). Technische Hilfsmittel wie Seilzüge oder Zahnradantriebe kamen nicht zum Einsatz, die Strecke wurde von Anfang an ausschließlich mit Lokomotiven befahren. Damit wurde die Schiefe Ebene zum Vorbild für spätere Gebirgsbahnen wie die Schwarzwaldbahn, die Geislinger Steige oder die Semmeringbahn.


Im Dampflokzeitalter stellte die Rampe höchste Anforderungen an Mensch und Maschine. Schwere Güterzüge mussten häufig von Vorspann- oder Schiebelokomotiven unterstützt werden. Am Fuß der Steilstrecke entstand mit dem Bahnbetriebswerk Neuenmarkt-Wirsberg ein wichtiger Stützpunkt – heute Standort des Deutschen Dampflokomotiv Museums (DDM).


Bis heute ist die Schiefe Ebene in Betrieb und Teil der Strecke Bamberg – Hof. Zugleich gilt sie als technisches Denkmal von europäischem Rang und zieht Eisenbahnfreunde aus aller Welt an – besonders bei Sonderfahrten mit Dampflokomotiven, die hier an die große Zeit des Dampfbetriebs erinnern.


Der Referent

Jürgen Goller in der Lokwelt Freilassng

Als Referent konnte mit Jürgen Goller ein ausgewiesener Eisenbahnexperte gewonnen werden. Er ist ehrenamtlicher Mitarbeiter des Deutschen Dampflokomotiv Museums (DDM) im fränkischen Neuenmarkt, forscht zur regionalen Eisenbahngeschichte, macht Führungen, unter anderem im DDM und entlang der Schiefen Ebene, leitet Seminare mit Themen wie „Aufrüsten einer Dampflok“ oder „Technik und Funktion der Dampflokomotive“ und kennt die Schiefe Ebene wie kaum ein anderer.


Auch als Buchautor ist Jürgen Goller bereits in Erscheinung getreten. Er veröffentlichte 1982 im Verlag „Verein der Freunde des Deutschen Dampflokomotiv-Museums“ gemeinsam mit Wolfram Alteneder ein Buch mit dem Titel "Eisenbahnknotenpunkt Neuenmarkt-Wirsberg - Schiefe Ebene, Anschlussbahnen, Bahnbetriebswerk". In Zeitungen und Zeitschriften finden sich regelmäßig Artikel von Jürgen Goller zu eisenbahnhistorischen Themen.


Das Foto zeigt den Referenten bei einem Vortrag in der Lokwelt Freilassing, einem von der Stadt Freilassing und dem Deutschen Museum betriebenen Eisenbahnmuseum.


Ein Hinweis an die Besucher des Vortrags: es gibt keine Parkplätze direkt vor dem Museum, aber es befindet sich ein großer Parkplatz in der Nähe. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang die allgemeinen Hinweise zu Anfahrt und Parkmöglichkeiten!

Die nachfolgende Bilderstrecke liefert einen kleinen Vorgeschmack auf das, was Sie bei unserem Vortrag am 4. Oktober erwartet: viele Fotos und Informationen über die Geschichte und den Betrieb einer faszinierenden Eisenbahnstrecke.

Hier übertreibt der Herausgeber der Postkarte, denn die Steigung der Schiefen Ebene beträgt bekanntlich nahezu durchgängig 1 : 40. Abgebildet ist eine nachschiebende bay. C III oder C IV der Betriebswerkstätte Neuenmarkt-Wirsberg.

Foto: Sammlung Jürgen Goller 

Eine echte Rarität stellt diese Aufnahme dar: eine Neuenmarkter C IV als Vorspann vor einer Hofer B XI im Jahr 1910 auf Höhe km 78,7.

Foto: Stadtarchiv Bad Berneck

Noch heute steht der Betrachter staunend vor den bis zu 32 m hohen Steindämmen aus dem Jahr 1848

Foto: Jürgen Goller

Noch im Jahr 1983 attestierte man der Schiefen Ebene strategisch Bedeutung und so wurden im Auftrag der Nato an der engsten Stelle die beiden „Fallkörper“ errichtet, die im Falle eines Konflikts durch Sprengung auf die Gleise geworfen werden sollten, um den Zugverkehr zu blockieren.

Foto: Jürgen Goller

Noch immer wird die Steilrampe von Dampflokomotiven mit Sonderzügen befahren. Hier sehen wir die heute von Schweizer Eisenbahnfreunden betreute, einstmals in Hof beheimatete Schnellzuglok 01 202 mit einem Sonderzug, der wegen seiner geringen Länge ausnahmsweise keine Schiebelok benötigte.

Foto: Florian Fraaß

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